Zugeflogen
„Salbei“ und „Brombeere“
Es heißt ja oft: In einem Garten siedeln sich ohne menschliches Zutun genau die (Heil-)Pflanzen an, die gebraucht werden.
Ob das immer stimmt, weiß ich nicht. Aber was Salbei und Brombeere betrifft, kann ich es bestätigen.
Beide sind irgendwann einfach da gewesen – und beide haben ihren festen Platz bekommen. Nicht nur im Beet, sondern auch im Alltag.
Der Salbei ist dabei fast so etwas wie eine kleine Hausapotheke. Bei den ersten Anzeichen von Halsschmerzen: ein paar Blätter, aufgebrüht, mit einem Löffel Honig. Mehr braucht es oft nicht. Gerade dann, wenn der Körper beginnt, etwas abzuwehren – sei es durch trockene Luft, viele Menschen oder Stress – bin ich froh, ihn direkt vor der Tür zu haben. Ohne Öffnungszeiten, ohne Umwege.
Und irgendwie schließt sich hier ein Kreis: Bienen sammeln Nektar am Salbei, daraus entsteht Honig – und genau dieser landet später wieder im Tee.
Auch die Brombeere – stellvertretend für all das Beerenobst, das bis dahin sonst im Garten gereift ist – trägt ihren Teil dazu bei. Ihre Blätter lassen sich ebenfalls als Tee verwenden, die Früchte liefern im Herbst wertvolle Inhaltsstoffe. Eine kleine Unterstützung für das Immunsystem – gerade mit Blick auf die kältere Jahreszeit.
Nebenbei sind beide Pflanzen wichtige Bausteine im Garten: Salbei als gezielte Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln, Brombeere als offenes Blütenangebot für viele Insekten und später als Futterquelle für Vögel. Dazu kommen Rückzugsorte in dichtem Geäst und ein lebendiges Miteinander.
So entsteht etwas, das sich kaum planen lässt – aber gut funktioniert: ein Kreislauf aus Geben und Nehmen, ganz ohne große Inszenierung.
Für Insekten. Fürs Gleichgewicht. Für alle.
Dachauer Wasserturm
27.6. – 12.7.2026
Sa. + So., je 12 bis 18 Uhr
Persönlich vor Ort nach Vereinbarung
© Copyright 2026 Regina Merl (Texte und Bilder)
Gerne Anfrage vor Verwendung

