Zugeflogen

„Radieschen“ und „Schnittlauch“

Bei Radieschen denkt man an kleine rote Knollen im Salat. Beim Schnittlauch an feine grüne Röhrchen als Topping.

Dass beide blühen, gerät dabei fast in Vergessenheit.

Lässt man sie einfach wachsen, passiert genau das: Radieschen strecken sich, werden hoch und leicht, bilden zarte weiße bis violette Blüten. Auch der Schnittlauch verändert sich – seine runden, violetten Blütenköpfe wirken fast wie kleine schwebende Kugeln.

Für mich jedes Jahr ein kleiner Aha-Moment.

Und mehr als nur schön anzusehen: Beide sind wertvolle Nahrungsquellen für Insekten. Die offenen Blüten der Radieschen bieten leicht zugänglichen Nektar und Pollen für Bienen, Schwebfliegen und andere Bestäuber. Schnittlauch liefert ebenfalls reichlich Nektar – besonders beliebt bei Bienen und Hummeln.

So wird aus vermeintlichem „Küchenrest“ plötzlich ein lebendiger Treffpunkt.

Gleichzeitig entsteht Neues: Aus den Blüten entwickeln sich Samen für das nächste Jahr. Ein stiller Kreislauf, der sich ganz von selbst fortsetzt, wenn man ihn lässt.

Und auch für uns bleibt etwas: die Knollen, die Halme – und die Erkenntnis, dass hinter vielen alltäglichen Pflanzen weit mehr steckt, als man zunächst sieht.

Zwischen zarten Blüten, summenden Besuchern und einem Hauch von Wildheit werden Radieschen und Schnittlauch so ganz nebenbei zu kleinen FineArt-Motiven – und zu einem weiteren Baustein in einem lebendigen Garten.

Für Insekten. Fürs Gleichgewicht. Für alle.

Dachauer Wasserturm
27.6. – 12.7.2026
Sa. + So., je 12 bis 18 Uhr

Persönlich vor Ort nach Vereinbarung

© Copyright 2026 Regina Merl (Texte und Bilder)
Gerne Anfrage vor Verwendung