Best of ...
… Räuber-Kneißl-Tour
Über „Räuber“, Stadt, Land & Fluss
Man könnte meinen, sie nehmen überhand: Jubiläen – fast schon aneinanderreihend, meist ausgelöst durch unser zahlenverliebtes Kalendersystem – menschengemacht, bürokratisch durchgetaktet, manchmal etwas bemüht. Und doch: Sie sind willkommene Anlässe. Zum Feiern, zum Erinnern, zum Innehalten. Zum Nachdenken über Vergangenes – und als Motivation für einen positiven Blick in die Zukunft.
Zwei solcher Jubiläen haben mich in diesem Jahr dazu bewegt, endlich eine Idee umzusetzen, die schon lange in mir reift: Eine Bilderserie mit Momentaufnahmen aus dem Dachauer Hinterland – einer Gegend, in der ich nun seit fast 20 Jahren ansässig bin (gefühlte zehn, maximal). Der Auslöser? Ein Flyer im Briefkasten – „150 Jahre Räuber Kneißl“. Aha, dachte ich. Wenn das kein Zeichen ist.
Also habe ich mein ganz persönliches „Best-of“ aus so manch festhaltendem Blick durch die Kameralinse kreiert – eine fotografische Räuber-Kneißl-Tour durch Orte, an denen heute ein Radweg entlangführt, der nach eben jenem oberbayerischen Volkshelden benannt ist. Und auch, wenn ich bei der Anzahl meiner Fotos langsam an die Grenzen unseres Zahlensystems stoßen sollte (Smiley hier denken, Cookie-Vermeidung verhindert‘s): Alle ausgesuchten ca. 50 Aufnahmen, die in der Show oben gezeigt werden, entstanden in einer Landschaft, die mehr zu erzählen hat, als man auf den ersten Blick vermutet.
Sanfte Hügel, stille Wälder und weite Flure mit friedlichen Biotopen – sie sind nicht nur malerisch und punkten mit unaufdringlichem Charme, sie erzählen auch eine geologische Geschichte: Die letzte Eiszeit hat sie geformt, als gewaltige Gletscher aus den Alpen Geröll und Schotter ins Vorland spülten. So entstand diese moränenreiche Kulisse, die einst Künstler und heute Radfahrer anzieht und auch mich mit meiner Kamera immer wieder hinauslockt.
Und irgendwo mittendrin lebte einst Mathias Kneißl und floh später genau durch diese Gegend, vielleicht vorbei an einem Gebäude, das noch heute dort steht oder hatte womöglich sogar einen der heute mächtigen Alleebäume passiert, die dort wachsen.
Der „Räuber Kneißl“, geboren 1875, aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen, stigmatisiert, verfolgt, letztlich hingerichtet. Sein Leben? Kein Heldenepos, aber auch keine bloße Kriminalgeschichte – eher ein trauriges Kapitel sozialer Ausgrenzung. Ein tragisches Schicksal seiner Zeit.
Was, wenn Mathias Kneißl hundert Jahre später geboren worden wäre?
Klar, auch wenn sich die Zeiten geändert haben – Ausgrenzung, Vorurteile und das berühmte Schubladendenken sind wir bis heute nicht ganz los. Wer kennt sie nicht, die Geschichten aus so manchem Gremium sozialer Natur oder aus der Nachbarschaft? Von marmeladekochenden, grenzübergreifenden Früchtesammlerinnen mit ausgeprägtem Mitteilungsbedürfnis oder dem gartenzaundemolierenden Querulanten von gegenüber – oft nur deshalb aktiv, weil Gutmütigkeit nicht selten mit Schwäche oder Unwissenheit verwechselt wird.
Was sagt man da im bayerischen Raum?
„Nix für unguat.“ Und: „Hauptsach’, gsund samma!“ (Hier hätte ich nun gern einen Zwinkersmiley eingefügt)
Aber im Ernst:
Wirtschaftlich hätte es der Kneißl-Hias heutzutage sicher leichter gehabt – der Weg in die Kriminalität wäre vermutlich gar nicht erst ein Thema gewesen. Wer weiß – vielleicht hätte man in ihm das kreative Potenzial früh erkannt. Möglicherweise wäre er ein Künstler geworden? Das halte ich nicht für unwahrscheinlich. Er liebte Musik, tanzte gern – war ein ideenreicher, kreativer Schreiner mit Gespür für Form und Funktion. Vielleicht der Gründer eines nachhaltigen Möbel-Start-ups aus regionaler Forstwirtschaft? Oder Instrumentenbauer mit eigenem YouTube-Kanal. Vielleicht hätte ihn sein Taktgefühl sogar in die Musikbranche verschlagen.
Oder er wäre heute einfach ein sensibler Geist mit Kamera (statt Gewehr) im Gepäck, unterwegs auf dem E-Bike durch das Dachauer Hinterland und würde die Ausläufer einer Endmoräne aus der letzten Würm-Kaltzeit fotografisch festhalten – auf einem Radweg, der statt seines Namens vielleicht den von Prinzregent Luitpold trägt, weil dieser so manches Gnadengesuch gar nicht erst ablehnen musste.
Vielleicht wäre er auch auf dem Weg nach Dachau gewesen, wo vom
29. Mai bis 15. Juni 2025 im Wasserturm die
Ausstellung „Best of Kunstrefugium“
stattfand – und ganz begeistert von meiner dezent gerahmten
FineArt-Fotografie-Serie „Best-of-Räuber-Kneißl-Tour“.
(Schmarrn – das hieße ja dann „Best of Prinzregent-Luitpold-Tour“ – oder wie auch immer … Smiley)
Ausstellungsimpressionen >>
Möglicherweise würde er auch gerne an einem meiner Workshops teilnehmen. Wer weiß das schon…
Einer davon wäre allerdings vorher noch umzubenennen…
Meine vier ausgestellten abstrakten Werke basieren allesamt auf Ausschnitten aus der Dachauer Altstadt, festgehalten mit bewegter Kamera und künstlerisch in Szene gesetzt. Wer erkennt’s?
Mit einem Blick für das Außergewöhnliche im Alltäglichen möchte ich Stadtansichten und Fassaden in lebendige, malerische Kompositionen verwandeln. Architektur wird dabei nicht dokumentiert, sondern neu interpretiert – als Oberfläche, Rhythmus und abstraktes Farbspiel. So entstehen Bilder, die zu einer neuen Sicht auf unsere gebaute Umgebung einladen – positiv und offen, nicht nur für die Architektur, vielmehr für die Menschen, die sie passieren…
Gedruckt auf wunderbar weichem, tiefmattem FineArt-Medium, kaschiert auf Dibond und dezent gerahmt mit einer eleganten Schattenfuge, entfalten die Werke ihre volle Wirkung – in natura natürlich deutlich eindrucksvoller als auf einem beleuchteten Glasmonitor.
Die einzelnen Werke dieser limitierten Serie können gerne – auch nach Ausstellungsende – über mich bezogen werden. Unverbindliche Anfrage
Bei Interesse an individuellen – auch weniger farbintensiven – FineArt-Pigmentdrucken sind Auftragsarbeiten möglich – vielleicht vom ganz persönlichen Lieblingsplatz, -gebäude oder wovon auch immer… – und nicht nur zum Anlass des ein oder anderen Jubiläums.
(Noch ein Smiley – der letzte. Vorerst.):
BEST OF ...
… Räuber-Kneißl-Tour
Über „Räuber“, Stadt, Land & Fluss
Man könnte meinen, sie nehmen überhand: Jubiläen – fast schon aneinanderreihend, meist ausgelöst durch unser zahlenverliebtes Kalendersystem – menschengemacht, bürokratisch durchgetaktet, manchmal etwas bemüht. Und doch: Sie sind willkommene Anlässe. Zum Feiern, zum Erinnern, zum Innehalten. Zum Nachdenken über Vergangenes – und als Motivation für einen positiven Blick in die Zukunft.
Zwei solcher Jubiläen haben mich in diesem Jahr dazu bewegt, endlich eine Idee umzusetzen, die schon lange in mir reift: Eine Bilderserie mit Momentaufnahmen aus dem Dachauer Hinterland – einer Gegend, in der ich nun seit fast 20 Jahren ansässig bin (gefühlte zehn, maximal). Der Auslöser? Ein Flyer im Briefkasten – „150 Jahre Räuber Kneißl“. Aha, dachte ich. Wenn das kein Zeichen ist.
Also habe ich mein ganz persönliches „Best-of“ aus so manch festhaltendem Blick durch die Kameralinse kreiert – eine fotografische Räuber-Kneißl-Tour durch Orte, an denen heute ein Radweg entlangführt, der nach eben jenem oberbayerischen Volkshelden benannt ist. Und auch, wenn ich bei der Anzahl meiner Fotos langsam an die Grenzen unseres Zahlensystems stoßen sollte (Smiley hier denken, Cookie-Vermeidung verhindert‘s): Alle ausgesuchten ca. 50 Aufnahmen, die in der Show oben gezeigt werden, entstanden in einer Landschaft, die mehr zu erzählen hat, als man auf den ersten Blick vermutet.
Sanfte Hügel, stille Wälder und weite Flure mit friedlichen Biotopen – sie sind nicht nur malerisch und punkten mit unaufdringlichem Charme, sie erzählen auch eine geologische Geschichte: Die letzte Eiszeit hat sie geformt, als gewaltige Gletscher aus den Alpen Geröll und Schotter ins Vorland spülten. So entstand diese moränenreiche Kulisse, die einst Künstler und heute Radfahrer anzieht und auch mich mit meiner Kamera immer wieder hinauslockt.
Und irgendwo mittendrin lebte einst Mathias Kneißl und floh später genau durch diese Gegend, vielleicht vorbei an einem Gebäude, das noch heute dort steht oder hatte womöglich sogar einen der heute mächtigen Alleebäume passiert, die dort wachsen.
Der „Räuber Kneißl“, geboren 1875, aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen, stigmatisiert, verfolgt, letztlich hingerichtet. Sein Leben? Kein Heldenepos, aber auch keine bloße Kriminalgeschichte – eher ein trauriges Kapitel sozialer Ausgrenzung. Ein tragisches Schicksal seiner Zeit.
Was, wenn Mathias Kneißl hundert Jahre später geboren worden wäre?
Klar, auch wenn sich die Zeiten geändert haben – Ausgrenzung, Vorurteile und das berühmte Schubladendenken sind wir bis heute nicht ganz los. Wer kennt sie nicht, die Geschichten aus so manchem Gremium sozialer Natur oder aus der Nachbarschaft? Von marmeladekochenden, grenzübergreifenden Früchtesammlerinnen mit ausgeprägtem Mitteilungsbedürfnis oder dem gartenzaundemolierenden Querulanten von gegenüber – oft nur deshalb aktiv, weil Gutmütigkeit nicht selten mit Schwäche oder Unwissenheit verwechselt wird.
Was sagt man da im bayerischen Raum?
„Nix für unguat.“ Und: „Hauptsach’, gsund samma!“ (Hier hätte ich nun gern einen Zwinkersmiley eingefügt)
Aber im Ernst:
Wirtschaftlich hätte es der Kneißl-Hias heutzutage sicher leichter gehabt – der Weg in die Kriminalität wäre vermutlich gar nicht erst ein Thema gewesen. Wer weiß – vielleicht hätte man in ihm das kreative Potenzial früh erkannt. Möglicherweise wäre er ein Künstler geworden? Das halte ich nicht für unwahrscheinlich. Er liebte Musik, tanzte gern – war ein ideenreicher, kreativer Schreiner mit Gespür für Form und Funktion. Vielleicht der Gründer eines nachhaltigen Möbel-Start-ups aus regionaler Forstwirtschaft? Oder Instrumentenbauer mit eigenem YouTube-Kanal. Vielleicht hätte ihn sein Taktgefühl sogar in die Musikbranche verschlagen.
Oder er wäre heute einfach ein sensibler Geist mit Kamera (statt Gewehr) im Gepäck, unterwegs auf dem E-Bike durch das Dachauer Hinterland und würde die Ausläufer einer Endmoräne aus der letzten Würm-Kaltzeit fotografisch festhalten – auf einem Radweg, der statt seines Namens vielleicht den von Prinzregent Luitpold trägt, weil dieser so manches Gnadengesuch gar nicht erst ablehnen musste.
Vielleicht wäre er auch auf dem Weg nach Dachau gewesen, wo vom
29. Mai bis 15. Juni 2025 im Wasserturm die
Ausstellung „Best of Kunstrefugium“
stattfand – und ganz begeistert von meiner dezent gerahmten
FineArt-Fotografie-Serie „Best-of-Räuber-Kneißl-Tour“.
(Schmarrn – das hieße ja dann „Best of Prinzregent-Luitpold-Tour“ – oder wie auch immer … Smiley)
Ausstellungsimpressionen >>
Möglicherweise würde er auch gerne an einem meiner Workshops teilnehmen. Wer weiß das schon…
Einer davon wäre allerdings vorher noch umzubenennen…
Meine vier ausgestellten abstrakten Werke basieren allesamt auf Ausschnitten aus der Dachauer Altstadt, festgehalten mit bewegter Kamera und künstlerisch in Szene gesetzt. Wer erkennt’s?
Mit einem Blick für das Außergewöhnliche im Alltäglichen möchte ich damit Stadtansichten und Fassaden in lebendige, malerische Kompositionen verwandeln. Architektur wird dabei nicht dokumentiert, sondern neu interpretiert – als Oberfläche, Rhythmus und abstraktes Farbspiel. So entstehen Bilder, die zu einer neuen Sicht auf unsere gebaute Umgebung einladen – positiv und offen, nicht nur für die Architektur, vielmehr für die Menschen, die sie passieren, egal wo…
Gedruckt auf wunderbar weichem, tiefmattem FineArt-Medium, kaschiert auf Dibond und dezent gerahmt mit einer eleganten Schattenfuge, entfalten die Werke ihre volle Wirkung – in natura natürlich deutlich eindrucksvoller als auf einem beleuchteten Glasmonitor.
Die einzelnen Werke dieser limitierten Serie können gerne – auch nach Ausstellungsende – über mich bezogen werden.
Unverbindliche Anfrage
Bei Interesse an individuellen – auch weniger farbintensiven – FineArt-Pigmentdrucken sind Auftragsarbeiten möglich – vielleicht vom ganz persönlichen Lieblingsplatz, -gebäude oder wovon auch immer… – und nicht nur zum Anlass des ein oder anderen Jubiläums.
(Noch ein Smiley – der letzte. Vorerst.):















































